欧洲学者联名抗议:中国人与狗不得入内的奥运会
"Olympia für Hunde und Chinesen verboten"?* Eine Gruppe italienischer Wissenschaftler veröffentlichte in dervergangenen Woche in mehreren Sprachen folgende Erklärung zur Kampagnegegen China:
Olympia für Hunde und Chinesen verboten
Eineschändliche Kampagne zur Dämonisierung der Volksrepublik China ist imGange. Angeführt und organisiert wird sie von Regierungen undPresseorganen, die mehr denn je entschlossen sind, für das endloseMartyrium des palästinensischen Volkes zu garantieren und die immerdazu bereit sind, Präventivkriege vom Zaun zu brechen und zuunterstützen, wie den, der im Irak schon viele Hunderttausende Totegefordert und Millionen Flüchtlinge mit sich gebracht hat.
Manmacht sich für die (manchmal als »Autonomie« getarnte) UnabhängigkeitTibets stark, aber wenn dieses Ziel erreicht würde, gäbe man dieselbeParole auch für Groß-Tibet aus (ein Gebiet, das dreimal größer ist alsdas eigentliche Tibet) und daraufhin für Xinjiang, für die innereMongolei, für die Mandschurei und noch andere Regionen. In Wahrheitzielt der Imperialismus mit seinem wahnwitzigen Projekt derWeltherrschaft darauf ab, ein Land zu zerstückeln, das sich seit vielenJahrhunderten auf einer multiethnischen und multikulturellen Grundlageherausgebildet hat, ein Land, in dem heute 56 Ethnien zusammenleben.Dieser Kreuzzug wird keineswegs von der »Dritten Welt« ausgerufen, dievoller Sympathie und Bewunderung auf China blickt, sondern vom Westen,der das große asiatische Land mit den Opiumkriegen in dieUnterentwicklung und in eine entsetzliche Tragödie gestürzt hat, welchedas Volk, das ein Fünftel der Menschheit umfaßt, jetzt endlichüberwindet.
Mit den gleichen Parolen, die heute gegen Chinageschrieen werden, könnte man die Zerstückelung nicht wenigereuropäischer Länder, wie etwa England, Frankreich, Spanien und vorallem Italien fördern, wo es nicht an Bewegungen mangelt, die die»Befreiung« und die Sezession Norditaliens fordern.
Der Westen,der sich als Heiliger Stuhl der Religion der Menschenrechte aufspielt,hat kein Wort verloren über die antichinesischen Pogrome, die am 14.März in Lhasa unschuldigen Bürgern, Frauen, Alte und Kinderinbegriffen, das Leben gekostet haben. Während der Westen behauptet,den Kampf gegen den Fundamentalismus anzuführen, verklärt er völliggrotesk das (auf Theokratie, auf Sklaverei und Massenknechtschaftbegründete) Tibet der Vergangenheit und wirft sich auf die Knie voreinem Gottkönig, der einen Staat auf der Grundlage der ethnischen undreligiösen Reinheit errichten will (auch eine Moschee ist in Lhasaangegriffen worden) und der diesem Staat Gebiete einverleiben möchte,die zwar von Tibetern bewohnt, aber nie von einem Dalai Lama verwaltetworden sind: Das ist der Plan für das fundamentalistische Groß-Tibet,von dem die schwärmen, die den multiethnischen und multikulturellenCharakter der Volksrepublik China in Frage stellen wollen, um diesebesser zerstückeln zu können.
Am Ende des 19. Jahrhunderts hinggut sichtbar am Zugang zu den westlichen Konzessionen in China dasSchild: »Eintritt verboten für Hunde und Chinesen«. Dieses Schild istnicht verschwunden, sondern hat nur ein paar Varianten erfahren, wiedie Kampagne beweist, die sich vornimmt, die Olympischen Spiele inPeking zu sabotieren oder irgendwie abzuqualifizieren: »Olympia fürHunde und Chinesen verboten«. Der heutige antichinesische Kreuzzugsteht voll und ganz im Einklang mit einer langen und infamenimperialistischen und rassistischen Tradition.
Unterzeichnersind u. a.: Domenico Losurdo, Philosoph; Gianni Vattimo, Philosoph;Luciano Canfora, Historiker; Carlo Ferdinando Russo, Direktor derZeitschrift Belfagor; Angelo d’Orsi, Historiker; Ugo Dotti,Literaturhistoriker; Guido Oldrini, Philosoph; Massimiliano Marotta,Vorsitzender der Società di studi politici
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