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Uiguren werfen China kulturellen Völkermord vor
Rebiya Kadeer war eine erfolgreiche Unternehmerin in China – bis sie begann, für Menschenrechte zu kämpfen. Auf einer Konferenz in Berlin sagte sie nun, China betreibe den "kulturellen Völkermord" an der muslimischen Minderheit der Uiguren. Sie forderte einen Boykott der Eröffnungsfeier zu den olympischen Spielen.

Foto: AP
Die uighurische Geschäftsfrau und Menschenrechtsaktivistin Rebiya Kadeer verbrachte bereits mehrere Jahre in einem chinesischen Geäfgnis
Die in China unterdrückte muslimische Minderheit der Uiguren hat der chinesischen Führung in Peking „kulturellen Völkermord“ vorgeworfen. Die Uiguren würden in der Region Xinjiang (Nordwest-China) gefoltert, verhaftet, zwangsweise deportiert und ihrer Sprache und Kultur beraubt, kritisierte die Menschenrechtlerin und Präsidentin des Weltkongresses der Uiguren, Rebiya Kadeer, zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz in Berlin. Solange die Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere Minderheiten in China nicht aufhörten, dürften die Olympischen Spiele nicht stattfinden. Kadeer forderte Staats- und Regierungschefs der internationalen Gemeinschaft auf, die Eröffnungsfeier in Peking zu boykottieren.
Vor den Olympischen Spielen seien die Repressionsmaßnahmen gegen die mehrheitlich sunnitischen Uiguren noch weiter verschärft worden. Sie sei keineswegs gegen Olympische Spiele, sagte Kadeer. Aber diese Spiele hätten den Uiguren nur Leid und Unterdrückung gebracht. Wenn Menschenrechte verletzt würden, verstoße dies auch gegen olympische Grundsätze.
Kadeer lebt in den USA im Exil. In China war die elffache Mutter eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen und sogar Mitglied im Nationalen Volkskongress. Wegen ihres Menschenrechtsengagements wurde sie dann aber inhaftiert und saß mehrere Jahre im Gefängnis. Zwei ihrer Söhne sind den Angaben des Weltkongresses zufolge derzeit in China in Haft Auch andere Menschenrechtler berichteten bei der Tagung von Zwangsumsiedlungen, willkürlichen Verhaftungen und Tötungen. Die Uiguren leben in Ostturkestan, einem rohstoffreichen autonomen Gebiet im Westen der Volksrepublik China. Sie gehören seit 1949 zu China und sprechen von einer Besetzung.